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Sturms Flora von Deutschland, Band 1: Nadelhölzer – Tafel 2

Echte Eibe, Taxus baccata

Echte Eibe, Taxus baccata
Tafel 2:
a) Fruchtzweig, verkl.;
b) Blatt und männliche Blüte in nat. Gr.;
c) männliche Blüte, vergr.;
d, e) Staubbeutel, vergr.;
f) weibliche Blüte in nat. Gr. und vergr.;
g) unreifer Same in nat. Gr.;
h) reifer Same in nat. Gr.;
i, k) Same ohne den Mantel und Durchschnitt desselben in nat. Gr.
Meist strauchig, seltener als kleiner Baum gewachsen, 1 bis 15 m hoch, Stammumfang bis 8 m (in England gibt es noch dickere Stämme); untere Zweige oft niederliegend, zuweilen wurzelnd. Blätter gescheitelt, auf der unteren Seite heller, ohne Streifen, glänzend dunkelgrün. Samenmantel rot. 3-4.
In Wäldern, vorwiegend auf Kalkstein oder auf moorigem Sandboden; sehr zerstreut in den Alpen bis 1400 m und in deren nächstem Vorland, zerstreut im süddeutschen Juragebiet und in der Bodenseegegend, sehr zerstreut auf dem südlichen Schwarzwald, zerstreut in den Gebirgen um Böhmen und an deren Vorhügeln sowie durch das mitteldeutsche Berg- und Hügelland bis zum Harz und Süntel nordwärts, selten im übrigen Süd- und Mitteldeutschland, im Krelinger Bruch bei Walsrode, Kr. Fallingbostel, sehr zerstreut im Ostseeküstenlande von Rostock ostwärts. Ausserdem häufig in Gärten und Anlagen. Die Eibe kam bis zum Beginn der neueren Zeit auch noch im binnenländischen ostelbischen Norddeutschland in Wäldern, besonders Brüchen vor, ist aber schon im Mittelalter nirgends im heutigen Reiche häufig gewesen. Die jetzige Waldwirtschaft ist dem langsam wachsenden, niedrig bleibenden Baume ungünstig, das ist die Ursache seines allmählichen Verschwindens aus der Ebene. Das sehr schwere Holz wurde in der Urzeit zu Zauberei, später zu Bogen geschätzt. Das Laub ist für die meisten Pferde ein tödliches Gift. Dass die Eibe für den Menschen erheblich giftig sei, wird bezweifelt. Die Anpflanzung in Gärten ist seit Jahrhunderten beliebt; schon vor 300 Jahren brachten Mecklenburger Fürsten und Ritter Eiben als etwas Seltenes aus Oberdeutschland und Britannien heim.
Aus: J. Sturm’s Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromolithographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).

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