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Sturms Flora von Deutschland, Band 1: Nadelhölzer – Tafel 1

Echte Kiefer, Pinus silvestris

Echte Kiefer, Pinus silvestris
Tafel 1:
a) Männlicher Blütenzweig, verkl.;
b) überjährige unreife Früchte in nat. Gr.;
c) weibliche Blüten in nat. Gr.;
d) Staubgefässe in nat. Gr. und vergr.;
e) Fruchtblatt, vergr.;
f) reife Frucht in nat. Gr.;
g) Same in nat. Gr.;
h) desgl. ohne den Flügel.
Meist hochstämmig, bis 40 m hoch, seltener strauchig und nur etwa 2 m. Rinde rotbraun, abblätternd, an ganz alten Bäumen graubraun und rissig. Knospen nicht harzig. Blätter blaugrün oder graugrün, meist 4 bis 5 cm lang, ihre Oberhautzellen mit im Querschnitt punktförmigem Hohlraum, die Harzgänge von dicken Bastschichten umgeben, auch im Zentralstrang zwischen den Gefässbündeln starke Bastbildung. Männliche Blüten hellgelb, zuweilen rötlich oder rot. Weibliche Blüten purpurn. Früchte etwa 5 cm lang, ei- bis kegelförmig, wenig schief, deutlich gestielt und hängend. Endflächen der Schuppen ober- und unterhalb der Querkante ziemlich flach, der Nabel meist hellbraun, ohne Ringzeichnung und meist ohne Spitze. 5-6. (Synonyme: Föhre, Forle, Forche, Fuhre, Rotföhre, Kiene, Kienbaum, Fichte, Tanne.)
Waldbaum, besonders auf Sand und Sandstein; gemein zwischen den Lausitzer Hügeln und dem baltischen Landrücken, häufig im übrigen östlichen Norddeutschland, in Schlesien und auf der Lüneburger Heide, im nordöstlichen Bayern, in der Pfalz und den Nordvogesen, nicht selten in Südbayern (Alpen bis 1600 m) und in der Mainebene, zerstreut im übrigen Deutschland, sehr zerstreut nur noch in den Reg.-Bez. Arnsberg und Hildesheim.
Der forstmässige Anbau der Kiefer begann bei Nürnberg im 14. Jahrhundert, verbreitete sich von da langsam, war am Ende des 16. Jahrhunderts bis zur Küste vorgedrungen, aber überall nur in kleinem Massstabe betrieben. Erst seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wird die Kultur allgemein. Nordwestlich von Rostock, der Göhrde, dem Harz und der Pfalz gibt es gegenwärtig kaum andere als eingeführte oder von eingeführten abstammende Kiefern, während der Baum im Altertum bis zum Nordseeküstenlande verbreitet gewesen war und sich auch an vereinzelten Standorten durch das Mittelalter hindurch gehalten hatte. Kiefernholz wird viel gebraucht, scheint auch für Tiefbauzwecke wirklich gut zu sein, im übrigen hat es zumeist den Vorzug der Billigkeit.
Aus: J. Sturm’s Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromolithographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).

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