Bewie 's Mikrowelt Sturms Flora von Deutschland, Band 3: Echte Gräser (Gramineae) – Tafel 22
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Flughafer, Avena fatua L.
Flaumhafer, Avena pubescens L.
Wiesenhafer, Avena pratensis L.

Flughafer, Avena fatua L.
Taf. 22, Fig. 1: Aehrchen in nat. Gr.
Halm 70 bis 100 cm hoch. Rispe aufrecht, meist gleichmässig ausgebreitet, mit wagrecht abstehenden Aesten. Aehrchen meist dreiblütig. Hüllsp. länger als die Decksp., die obere neunnervig. Decksp. bis zur Mitte mit Borstenhaaren, an der Spitze kurz gespalten und meist zweispitzig, mit einer geknieten, im untern Teile braunen Granne. 1j. 7 und 8.
Die Var. glabrescens Coss. hat kahle oder nur am Grunde mit wenigen Haaren besetzte Decksp.
Ein häufiges Ackerunkraut im Getreide; ist nicht geeignet zum Anbau, da die Körner bei der Reife ausfallen. (Synonyme: A. intermedia Liudgr., A. hybrida Koch Syn.)
Flaumhafer, Avena pubescens L.
Taf. 22, Fig. 2:
a) und b) die ganze Pflanze;
c) Blühendes Aehrchen.
Rasen bildend. Wurzelstock nicht kriechend. Halme 30 bis 90 cm hoch. Blätter lineal, flach, wenigstens die unteren beiderseits samt den Scheiden zottig behaart. Rispe gleichseitig, fast traubig; ihre Aeste aufrecht, mit einem bis drei Aehrchen. Letztere zwei- bis dreiblütig; glänzend grün, auf einer Seite oft violett überlaufen; ihre Spindel seideartig behaart. Hüllsp. fast so lang als das Aehrchen. Decksp. etwa in der Mitte begrannt und nach oben trockenhäutig und silbergrau, ad. 5 und 6.
Auf guten Wiesen häufig und auf nicht zu feuchtem Boden ein wertvolles Futtergras.
Wiesenhafer, Avena pratensis L.
Taf. 22, Fig. 3:
a) Rispe;
b) Hüllsp.;
c) Blüte und Deck- u. Vorsp.
Rasen bildend. Wurzelstock ohne Ausläufer. Halme 30 bis 75 cm hoch. Blätter lineal, wie die Blattscheiden kahl, auf der Oberseite sehr rauh und „knorpelig-berandet“. Rispe zusammengezogen, traubig; ihre Aeste unten zu zweien, oben einzeln, mit ein bis zwei Aehrchen. Aehrchen vier- bis fünfblütig, grösser als bei A. pubescens und ebenfalls silberglänzend. Hüllsp. kürzer als die nächsten Decksp. Diese auf dem Rücken begrannt, nach oben häutig, ad. 6.
Die seltene Var. bromoides L. (als Art) ist grösser und reichblütiger.
Auf trockenen Wiesen und Heiden, an Abhängen und auf lichten Waldstellen, nicht häufig und wegen seiner Härte als Futtergras nicht geschätzt.
Von seinen Blättern nähren sich die Raupen von Satyrus phaedra L. (Mai und Juni) und Hesperia silvanus Esp. (Mai); in Blattminen findet man im April und Juli die Larven von Elachista bedecella Sirc.
Aus: J. Sturm’s Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromolithographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).

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