Bewie 's Mikrowelt Sturms Flora von Deutschland, Band 3: Echte Gräser (Gramineae) – Tafel 31
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Einjähriges Rispengras, Poa annua L.
Knolliges Rispengras, Poa bulbosa L.

Einjähriges Rispengras, Poa annua L.
Taf. 31, Fig. 1.
a) Pflanze in ca. J|a nat. Gr.;
b) ein Aehrchen;
c) Blüte mit Deck- und Vorsp.;
d) Stempel.
Rasen bildend. Halme aufsteigend, am Grunde oft niederliegend, zusammengedrückt, 5 bis 30 cm hoch. Blätter hellgrün; Blatthäutchen an den oberen Blättern länglich. Rispe ausgebreitet, oft einseitswendig, am Grunde am breitesten. Aehrchen länglich-eiförmig, 3 bis 7blütig. 4-12.
Standort: in Gärten und an Wegen überall gemein. Im Thale sind die Spelzen grün, im Hochgebirge violett (vergl. Zittergras); wird, wenn an letzterem Standort Fruchtbildung infolge ungünstiger Witterung unterbleibt, durch Bildung kleiner Blattrosetten, die sich als Ableger ablösen, ausdauernd.
An Poa annua u. a. Gräsern leben im Mai die Raupen von Epinephele janira L. und E. Tithonius L.
Knolliges Rispengras, Poa bulbosa L.
Taf. 31, Fig. 2:
a) und
b) ganze Pflanze
c) Rispe der Form vivipara, je in nat. Gr.
Rasen bildend. Halme und unfruchtbare Blattsprosse am Grunde zwiebelig angeschwollen; erstere aufrecht, 20 bis 35 cm hoch. Blätter bläulichgrün; Blatthäutchen länglich, spitz. Rispe 2 bis 6 cm lang, gleichseitig, nach der Blüte zusammengezogen; ihre Aeste rauh. Aehrchen 4 bis 6blütig, rundlich-eiförmig, manchmal violett überlaufen, ad. 5 und 6.
Standort: nicht häufig an sonnigen, unfruchtbaren Stellen: Felsen, Hügel, Triften, Grasplätze; ist in den ungarischen Puszten häufig und „das gemeinste Gras auf den grossen Ebenen von Beluschistan“. Soll in Nordwest-Deutschland, in Ostpreussen und Oberschlesien fehlen. Statt der Blüten und Früchte entwickeln sich in den Aehrchen häufig ganz so wie bei Poa alpina blattartige Knospen (Form vivipara), aus welchen neue Stöcke entstehen. Die zwiebeligen Anschwellungen sind als Wasser-Reservoire anzusehen, die es der Pflanze ermöglichen, regenlose Zeiten auf ihrem trockenen Standort auszuhalten.
Aus: J. Sturm’s Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromolithographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).

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