Bewie 's Mikrowelt Sturms Flora von Deutschland, Band 3: Echte Gräser (Gramineae) – Tafel 54
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Hunds-Quecke, Agropyrum caninum P. B.
Kriechende Quecke, Agropyrum repens P. B.
Binsen-Quecke, Agropyrum junceum P. B.

Hunds-Quecke, Agropyrum caninum P. B.
Taf. 54, Fig. 1:
a) Pflanze verkl.;
b) Aehrchen;
c) Blüte mit Deckung Vorsp.
Halme aufrecht, glatt, 80 bis 140 cm hoch. Blätter flach, beiderseits rauh, oben grau-, unten dunkelgrün; Blatthäutchen kurz. Aehre 2zeilig, zuletzt nickend. Aehrchen meist 5blütig, sitzend, mit zottig behaarter Spindel. Hüllsp. 4 bis 7 nervig, zugespitzt, Decksp. lanzettlich, lang begrannt. ad. 6 und 7.
In Gebüschen, an Waldrändern und Zäunen; meist nicht selten. Die Blüten sind protogynisch. „Spelzen um 8 Uhr morgens bereits geöffnet und die Narben hervortretend; die Antheren öffnen sich erst gegen Mittag und verstäuben nach ihrem Austritt aus den Spelzen.“ (Synonyme: Triticum caninum L., Elymus caninus L.)
Kriechende Quecke, Agropyrum repens P. B.
Taf. 54, Fig. 2:
a) und b) Pflanze in 1/2 nat. Gr.
Wurzelstock weit umherkriechend (daher Schnürgras). Halme aufrecht, glatt, 60 bis 120 cm hoch. Blätter flach. Aehre 2zeilig, aufrecht. Aehrchen sitzend, meist 5blütig. Hüllsp. 5- oder 7nervig, fast so gross als eine Decksp. Diese begrannt (bei der Form aristatum Schübl. u. Mart.) oder wehrlos (bei der Form muticum Schübl. u. Mart.). Die Form caesium Presl. hat unten am Halm dicht abstehend-behaarte Blattscheiden, die grundständigen Blätter sind auf der Unterseite weichhaarig.
Auf Aeckern und in Gärten ein überaus lästiges, kaum zu vertilgendes Unkraut, ferner an Wegen, Hecken und Zäunen häufig. „Die Rhizome und Ausläufer enthalten 3% Fruchtzucker und 6 bis 8% Triticin, ein gummiartiges Kohlenhydrat und sind als Radix graminis offizinell. Der Extrakt wirkt auflösend bei Verschleimungen, Störungen in den Unterleibsorganen. Es wird daraus auch ein Syrup und selbst Alkohol gewonnen.“ Sie werden auch vom Vieh gerne gefressen. Man erstickt diese Quecke dadurch, dass man sie tief unterpflügt, oder aber entfernt man die Ausläufer mit der Egge. (Synonyme: Triticum repens L.)
Die Raupen von Epialus lupulinus L. leben an dem Wurzelstock; von den Blättern nähren sich die Raupen von Melanagria Galathea L., Pararga Egeria L. und Leucania L-album L.; in den Blättern miniert eine Fliegen-Larve, Agromyza graminis, und in den Blattscheiden und eingerollten Blättern saugt Aphis glyceriae Kalt.
Binsen-Quecke, Agropyrum junceum P. B.
Taf. 54, Fig. 3: Pflanze
Wurzelstock mit weisslichen Ausläufern. Halme aufrecht, kahl, 25 bis 80 cm hoch. Blätter hellgrün, kurz, sammetartig behaart; Blatthäutchen kurz. Aehre 2zeilig, aufrecht, bis 25 cm lang. Aehrchen entfernt, bis 25 mm lang, 5 bis 8blütig. Hüllsp. 9 bis 11 nervig, stumpf, etwa 1/3 so lang als das Aehrchen. Decksp. lanzettlich, stumpf, wehrlos, ad . 6-8.
Am Strande der Nord- und Ostsee. (Synonyme: Triticum junceum L.)
Bastarde: Agropyrum junceum + repens = A. acutum R. und Schult. Agropyrum junceum + Elymus arenarius = A. strictum Rchb.
Sehr selten sind: A. pungens Pers. (Hüllsp. 7 nervig, spitzlich oder stachelspitzig) und A. glaucum Desf. (Hüllsp. länglich, 5 bis 7 nervig, sehr stumpf oder abgestutzt).
Aus: J. Sturm’s Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromolithographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).

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