Bewie 's Mikrowelt Sturms Flora von Deutschland, Band 3: Echte Gräser (Gramineae) – Tafel 9
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Flattergras, Milium effusum L.
Sand-Lieschgras, Phleum arenarium L.

Flattergras, Milium effusum L.
Taf. 9, Fig. 1:
a) unterer Teil der Rispe, verkl.;
b) Teil eines Blattes mit Blatthäutchen;
c) blühendes Aehrchen.
Wurzelstock mit kriechenden Ausläufern (namentlich in lockerem Boden). Halme und Blätter grasgrün; ersterer aufrecht, kahl, wie die Blattscheiden glatt und glänzend, 60 bis 100 cm hoch. Die Blätter breit, weich, gebogen, am Rande rauh, zugespitzt; Blatthäutchen ziemlich lang, gezähnelt. Rispe gleichseitig, sehr locker, mit langen, abstehenden, schlängeligen Aesten. Aehrchen klein, eiförmig, im Thale hellgrün, im Gebirge infolge von Anthokyanbildung violett angelaufen, ad . 5 und 6.
Dieses schöne Gras mit seiner zarten Rispe ist eine Charakterpflanze des Buchen- und Erlenwaldes, überhaupt des Laubwaldes, wo es besonders an lichten Stellen häufig ist. Es bleibt aber im Gegensatz zu vielen andern Vertretern der Buchenwald-Vegetation, die nur grün sind bis der Wald belaubt und düster ist, also eigentliche Frühlingsgewächse vorstellen, lange grün. Seine Blüten sind schwach protogynisch, denn die hellgelben Antheren reifen etwas später als die Narben.
Das Flattergras ist ein gutes Futtergras; die Samen geben ein wertvolles Futter für Geflügel und Waldvögel und auch ein brauchbares Mehl.
Von den Blättern nähren sich die Raupen von Epinephele hyperantbus L,; in langen Minen der ersteren leben die Larven der Fliege Phytomyza milii Kalt.
Sand-Lieschgras, Phleum arenarium L.
Taf. 9, Fig. 2:
a) ganze Pflanze in ca. 1/3 nat. Gr.;
b) Aehrenrispe in nat. Gr.;
c) Aehrchen;
d) Hüllsp. in nat. Gr. und vergr.;
e) Blüte.
Aus der faserigen Wurzel kommen mehrere 8 bis 15 cm lange Halme; unfruchtbare Blattsprosse fehlen wie bei fast allen einjährigen Gräsern. Die obersten Blattscheiden sind bauchig, die Spreiten kurz. Aehrenrispe weissgrün, länglich, nach unten verdünnt. Hüllsp. am Kiele steifhaarig gewimpert. 6 und 7.
Diese Art wächst an sandigen Stellen, z. B. am Meeresufer von Ostfriesland bis Mecklenburg, auf den Inseln Rom und Hiddensee, bei Danzig (Westerplatte), ferner bei Speyer, Mainz, Bingen und von Köln an abwärts, bei Aachen. (Synonyme: Phalaris arenaria W., Chilochloa arenaria P. B., Crypsis arenaria Desf.)
Aus: J. Sturm’s Flora von Deutschland, Nachdruck nach 1900 mit Chromolithographien (Ernst H. L. Krause: Schriften des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde).

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