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Vereins-Dechantsbirne
Vereins-Dechantsbirn

Heimath und Vorkommen: sie wurde im Garten des Gartenbau-Vereins zu Angers gezogen und trug im Jahre 1849 die ersten Früchte, welche grosse Anerkennung fanden. Auf meine Empfehlung wurde sie in der 7. Versammlung deutscher Pomologen zu Trier im Jahre 1874 unter die 50 anzupflanzenden Sorten mit aufgenommen und in Potsdam im Jahre 1877 zur Erziehung von Horizontal-Cordons empfohlen. In Deutschland ist sie leider noch nicht so verbreitet, wie sie es verdient.
Literatur und Synonyme:
1. Doyenné-du-Comice (Bivort, Annal. de Pom. VIII. S. 47).
2. Du Comice (Decaisne, le Jardin fruitier du Museum, 1863, V).
3. Doyenné-du-Comice (André Leroy, Dictionnaire de Pomologie, No. 434).
4. Vereins-Dechantsbirn (Jahn, Illustrirtes Handbuch No. 408).
5. Doyenné-du-Comice, (B. Hogg, Herefordshire Pomona, 1879, II. Taf. XIII).
Gestalt: grosse, etwa 90 mm breite, 100 mm hohe, kreiseiförmige, bisweilen beulig aufgetriebene Frucht, die etwas veränderlich ist.
Kelch: halb oder ganz geschlossen; Blättchen klein, kurz, hart, aufrecht; Kelcheinsenkung ziemlich tief, von schwachen Beulen umgeben, die oft etwas über die Wölbung hinausgehen.
Stiel: kurz, stark, oft etwas fleischig, gelbbraun, in einer schwachen Vertiefung stehend und meistens durch eine fleischige Anschwellung zur Seite gedrückt.
Schale: ziemlich dick, grünlichgelb, bei voller Reife hellcitronengelb, an der Sonnenseite schwach lackfarbig geröthet, mit vielen feinen und grösseren Punkten, um Kelch und Stiel auch zusammenhängend berostet.
Fleisch: gelblich-weiss, fein, saftreich, schmelzend, von angenehm süssem, gewürzhaftem Geschmacke.
Kernhaus: schwach-hohlachsig; Fächer geräumig, vollkommene, lang zugespitzte, schwarzbraune Samen enthaltend, von schwachen Granulationen umgeben.
Reife und Nutzung: eine der vorzüglichsten Tafelfrüchte, die Ende October reift und bis Ende November dauert.
Eigenschaften des Baumes: er wächst sehr kräftig, ist ungemein fruchtbar, gedeiht in jedem Boden und zeigt sich hier nicht empfindlich. Ich kann seine Anpflanzung als Pyramide und Cordon, auf Quitte veredelt, besonders empfehlen, sowie als Hochstamm im Hausgarten.
Sommerzweige kräftig, lang, gelbbraun, fein punktirt; Fruchtaugen rundlich zugespitzt; Holzaugen spitz, braun, abstehend; Blätter mittelgross, elliptisch oder eilanzettlich, an der Spitze fein gezähnt; Blattstiele mittellang, schwach; Nebenblätter linienförmig.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.