Stichworte: Flora, Historie, Lauche aus Bewie's Mikrowelt

Winter Dechantsbirne
Winter Dechantsbirne

Heimath und Vorkommen: Nach van Mons existirte sie schon in der Mitte des vorigen Jahrhunderts in dem Garten der Kapuziner zu Löwen; er sandte 1805 Reiser an Hervy, Director des Obstgartens der Karthäuser zu Paris. Diel erhielt sie schon im Jahre 1818 und seitdem ist sie in Deutschland ziemlich verbreitet. In der zweiten Versammlung deutscher Pomologen zu Trier im Jahre 1857 wurde sie zur Anpflanzung empfohlen.
Literatur und Synonyme:
1. Grüne Winter Herbstbirn (Diel, Kernobstsorten, I. S. 174).
2. Winterdechantsbirn (Diel, V. S. 177).
3. Lauers englische Osterbutterbirn (Diel VI. S. 166).
4. Doyenné d’Hiver (André Leroy, Dictionnaire de Pomologie, No. 442).
5. Doyenné d’Hiver (Decaisne, Jardin fruitier du Museum, II).
6. Winterdechantsbirn (Illustrirtes Handbuch der Obstkunde No. 77).
Gestalt: grosse, etwa 80 mm. breite, 95 mm. hohe, eirunde, etwas veränderliche Frucht.
Kelch: halboffen; Blättchen härtlich, aufrecht, die Spitzen zusammen neigend; Kelcheinsenkung tief und schmal, von beuligen Falten umgeben.
Stiel: stark, fast fleischig, hellbraun, an der Spitze verdickt, in einer starken Vertiefung, oft von einem Fleischwulst zur Seite gedrückt.
Schale: stark, glatt, hellgrün, lagerreif grünlich gelb, besonnte Früchte mitunter schwach geröthet, mit zahlreichen braunen Punkten, die nur einzeln am Stiel und Kelch in Rostflecken übergehen.
Fleisch: gelblich weiss, zart, schmelzend, saftig, von süssem, muskatellerartigem Geschmacke.
Kernhaus: geschlossen; Fächer enge, rundlich ovale, lang zugespitzte, oft unvollkommene hellbraune Samen enthaltend; von etwas verhärteten Granulationen umgeben.
Reife und Nutzung: eine vorzügliche Tafelbirn, die aber möglichst lange hängen bleiben muss; sie reift Ende November und hält sich bei guter Aufbewahrung bis zum März.
Eigenschaften des Baumes: er wächst lebhaft, ist recht fruchtbar, gedeiht bei uns nicht auf Quitte und hochstämmig nur in geschützten, warmen Hausgärten; liebt guten, kräftigen Boden;
Sommertriebe stark, bräunlich, punktirt; Fruchtaugen gross, kegelförmig, abgestumpft, schwarzbraun; Holzaugen klein, abstehend; Blätter gross, eiförmig oder länglich eiförmig, feingesägt; Blattstiele lang, schwach; Afterblätter lang, linienförmig.

Aus Lauche: Deutsche Pomologie, Verlag von Paul Parey, 1883.

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