Bewie 's Mikrowelt Die Configuration des Seignettischen Salzes (Fig. I) und ein kleiner Tropfen Blutes (Fig. II)
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Bild aus: Ledermüller, Mikroskopische Gemüths- und Augen-Ergötzungen, Tafel 50

Fig. I.: Die Configuration des Seignettischen Salzes. Also wieder einmal das Auskristallisieren einer Salzlösung. Seignettesalz ist ein Salz der Weinsäure, erstmals beschrieben wurde es 1672 von dem französischen Apotheker Pierre Seignette2. Es handelt sich um Kalium-Natrium-Tartrat. Es ist ein Chelator, der Kupferionen bindet.
Fig. II.: Ein kleiner Tropfen Bluts.
Das Kapitel zu dieser Zeichnung zeigt, welche Probleme die damalige Zeit mit der Interpretion der Erythrozytenform hatte. Ledermüller schreibt dazu:
Da ich mich bey Schneidung einer Feder von ohngefehr in den Finger gestochen, und zu gleicher Zeit ein Handmikroskop vor mir stehend hatte, so nahm ich sogleich etwas weniges Blut von dem verlezten Finger, brachte es auf den Schieber, beobachtete es durch ein kirschkornförmiges Vergrösserungsglaß Numer 1. und bemerkte, daß unter währenden Ansehen, sich das Blut auf dem Gläßchen in der Mitte gleichsam spaltete, und einen weissen Ast machte, der sich noch in 8. und mehr neben Aeste zertheilte: Wie bey a. deutlicher zu sehen seyn wird. Das um diese Aeste befindliche Serum aber bestunde aus runden Küchelein b. welche mehr sphärich als Kugelrund sahen, wiewohlen ich auch viele runde darunter wahrgenommen habe. Ueberhaupts läßet sich von der wahren Gestalt derer Blutkügelein nichts gewisses bestimmen. Und ich kan nicht begreiffen, wie es Leeuwenhoeck gemacht, und was derselbe für Glässer gebraucht haben müße, die sechsfache Gestalt der Blutkügelein zu sehen und sie so abzubilden, wie sie hier getreulich nachgezeichnet worden; Weilen doch nach seiner Zeichnung diese Kügelein aus denen sechs besondern Kugeln F. bestehen, und durch ihre Zusammenstossung die ganze Kugel G. formiren sollen.
Denn sie verändern sich indeme daß man sie betrachtet, zum öftern, und anderst siehet man sie, wenn das serum, worinnen sie schwimmen noch flüßig ist, anderst aber wieder, wenn es trocken werden will.
Ingleichen werden sie ausser den Venen und Arterien anderst erscheinen, als wenn sie in diesen Gefässen noch circuliren und eingeschlossen sind. So kommen sie auch in Haarröhrchens dem Auge wiederum anderst vor, wenn das Blut noch naß und anderst wenn es darinnen vertrocknet ist. Wovon wir zur andern Zeit ausfülichere Meldung thun werden. Bis dahin müssen wir um Nachsicht bitten, und die g. L. auf die Schriften des vortreflichen Herrn Präsidentens von Hallers und dessen Prim. lin. physiologicas sowohl als desselben beede Memoires sur le Mouvement du sang etc. verweisen; inzwischen aber noch eine der neuesten Beobachtung mit anfügen, welche Titl. Herr M. Scherer, der Gesellschaft Jesu würdiges Mitglied, jetzo zu Eychstätt, mein sehr werther Gönner, mir dem Verfasser dieser Erklärungs-Bögen, noch aus Dillingen schriftlich mittheilen wollen, ausführlicher aber in dem 27sten Stück der Fränkischen Sammlungen enthalten ist. „ Jch habe“, schreibt dieser so fleißige als gelehrte Naturforscher, mich beflissen auf die Gestalt der Blutkügelein fleißiger Acht zu geben und gefunden, daß sie ganz rund sind, wenn sie ihren Lauf mit genugsamen sero vermengt, durch die grössern Gefässe nehmen, sie sind aber Eyförmig, wenn sie wenig oder gar kein serum haben. Diese Gestalt bekommen sie auch wenn sie durch kleine Haarröhrchen steigen, und wenn das Blut aus einer Ader in die andere muß, wie Fig A. zu sehen, so werden die Kügelein die zuvor in B. und C. rund waren, bey den Winkel D. wo sie zusammen gepreßt werden, eyförmig und endlich in dem fortlaufenden Gefäß E. wieder rund 2c. Ich schliesse daraus, daß ihre wahre Gestalt rund, ihre Eigenschaft aber elastisch seyn müsse, nach welcher sie die Veränderung ihrer Form, durch den Druck erhalten“ Wie aber das Blut überhaupts zu mikroskopischen Untersuchungen anzuwenden seye , ist bey Backern sehr umständlich ent halten, wohin wir die g. L. Kürze wegen verweißen müssen.


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