Die merkwürdigst-mikroskopischen Theile an der Distel
Schön, dass Du Bewie 's Mikrowelt besuchst. Möchtest Du kommentieren, kritisieren, richtigstellen, etwas anmerken? Dann bitte nach unten zur Kommentareingabe scrollen!
Bild aus: Ledermüller, Mikroskopische Gemüths- und Augen-Ergötzungen, Tafel 89

Die merkwürdigst-mikroskopischen Theile an der Distel
So eine schlechte Figur die verachtete Distel auf ungebauten Aeckern, Rangern, an Wegen und Hecken etc. machet, so sehr verdient sie doch von einem jedem Liebhaber der Naturkunde, genau untersucht und beobachtet zu werden. Sie hat ungemein viele Betrachtungswerthe Theile an sich, und so nützlich sie dem Menschen überhaubts ist, so schön siehet sie besonders unter dem Vergrösserungsglase. Gegenwärtige 89ste Kupfertafel zeiget eine Abbildung einer solchen gemeinen Distel, welche in Tournefort. Inst. rei herb. Tom. I Clas XII. sect 2 Gen. 1. et Tom, 3. Tab. 253. abgebildet und beschrieben zu finden, und von dem Herrn Ritter Linnaeo, cum nomine specifico: Carduus foliis sinuatis decur rentibus margine spinofis floribus solitariis nutantibus in seinem Hort. Cliff bemerket worden.
Sie bestehet aus dem Blüthknopf a. denen Stacheln so denselben umgeben, b. dem stiel und der Wolle d. welche theils auf den Blättern, theils an dem stiel befindlich ist und denen Blättern und ihren Stacheln b. Ich werde noch ein paar Kupfertafeln davon liefern, hier aber nur mit wenigen noch anmerken, daß c. einen Stachel oder Dorn von dem äussersten Ende eines Blats durch Numer 1. vergrössert, vorgestellet, dessen natürliche Grösse an dem Blatt mit b. bezeichnet worden. Bey e. hingegen ist eine einige Faser von derjenigen Wolle abgebildet, welche an dem stiel, auch auf den Blättern zu sehen, und bey d. natürlich angezeiget ist. Es ist hier etwas weniges von einem Scheibchen des stiels, dessen Mark sehr leicht und schwammicht gleich dem Hollunder oder Binsenmark ist, stark vergrössert angebracht, woran diese Wollentheilchen gehangen. Die Wollenfasern selbst sehen, wenn sie frisch sind, ganz aufgeblasen im Mikroskop aus; wenn sie aber vertrocknet beobachtet werden, so kommen sie dem Marke ähnlich, welches in denen Gänsefederkielen gefunden wird, und zeigen lauter Blasenänhnliche Abtheilungen bis zur äussersten Spitze.


Kommentar schreiben

Kommentar