Stichworte: Aqua-Metazoa, Eukaryoten, Fauna, Historie, Mikroskopie, Rösel, aus Bewie's Mikrowelt

Die Wasserschlängelein
Zwei weitere „Schlänglein“ hat Rösel gezeichnet und beschrieben. Das Tier in der oberen Hälfte ist etwa 10 mm lang. Rösel bezeichnet es als „das madenähnliche Schlänglein“, das sich von Wasserflöhen ernährt. Jedenfalls hat Rösel solche im Darm der Tiere gesehen, wenn er auch nicht feststellen konnte, wie sie ihre Beute fangen. Es könnte sich um Chaetogaster handeln. Bei Querteilung haben die Teile laut Rösel überlebt, allerdings sind sie nicht mehr wesentlich gewachsen, haben also in keinem Fall die Größe des ursprünglichen Tieres erreicht. Das Tier in der unteren Bildhälfte ist bei Rösel „das geschmeidige Wasserschlänglein mit zwey Gabelspitzen“. Auch dieses Tier hat er in zwei Teile geschnitten und zu seiner Verwunderung festgestellt, dass es sich danach zu drei Teilen regeneriert: der hintere Teil zerfiel stets in zwei Teile. Rösels Tiere waren etwa 15 mm lang, saßen im Wasserlinsengestrüpp und schwammen bei Störung sofort davon. Von einem Gehäuse schreibt er nichts. Dies passt nicht zu Autophorus furcatus oder zu Dero obtusa, allerdings dürften Rösels Tierchen in der Verwandschaft dieser beiden Würmer zu suchen sein. Vielleicht findet sich ja gelegentlich ein Anneliden-Spezialist, der es genau einordnen kann.

Aus: Rösel von Rosenhof, Historie der Polypen und anderer kleiner Wasserinsecten (1755)

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