Ein Muckenfliege
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Bild aus: Ledermüller, Mikroskopische Gemüths- und Augen-Ergötzungen, Tafel 53

„Ein Mückenflügel“ heißt diese Tafel und Ledermüller schreibt dazu:
Ich habe erstlich den Muckenfliegel durch das Handmikroskop mit der Linse Nummer 5. beobachtet, und denselben so gesehen, wie er hier fig. b. getreulich mit seiner Regenbogenfarben Membran oder zarten Haut, dann seinen feinen spizigen Federn und Nerven abgebildet worden. Durch die Vergrösserung Nummer 1. sahe ich ein Stückchen davon mit Federn, wie d. und ohne Federn wie e. zeiget; von welchem letztern die Federn abgestreift und abgewaschen habe. Die gütige Natur hat der Mücke gleich den Sommervögeln zweifelsohne diese Federn von darum auf ihre Fliegel gesetzt, damit sie vom Regen und feuchter Luft nicht am Fliegen gehindert werden. Denn ohne Federn würde die zarte Haut von der Nässe gar bald schlapp werden.
Ehe ich aber diese Beobachtung endige, muß ich noch bemerken, daß ich, um den Fliegel ganz zu bekommen, denselben etwas tief am Rucken der Mücke heraus gezogen. Durch dieses erhielte ich zugleich die mit dem Fliegel verbundene schulternerve, wenn ich mich so ausdrucken darf, s. c. welche viel feiner in ihrer natürlichen Gestalt als ein Haar gewesen, und sich durch Nummer o. dem Auge gleich denen oben Tab. 51. beschriebenen Sehnerven vorstellte. Bey a. ist die natürliche Grösse des Fliegels zu sehen. Ich glaube wenn man bey den Ausziehen des Fliegels jederzeit diesen Umstand beobachten und den Fliegel tief am Rucken fassen und sodann schnell ausheben wollte, so würde man allemal, wie ich es etlichmal erfahren, diese Nerve ganz mit herausziehen und sodann mit Bewunderung betrachten können: Indem es einem Menschenhaare vollkommen in Mikroskop ähnlich siehet.


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