Stichworte: Basis, Eukaryoten, Mikroskopie, Protisten, Ziliaten aus Bewie's Mikrowelt

Trichodina pediculus, die Polypenlaus
Trichodina pediculus, die Polypenlaus. Dieser Ziliat sitzt mit seinem Hinterteil auf Hydren und wandert völlig unbeeindruckt von den Nesselkapseln der Hydren auf diesen umher.
Kurze Zeit später hat die Trichodina abgehoben und schwimmt ein wenig im Wasser umher. Das kommt gelegentlich vor, meist setzen sie sich aber bald wieder auf die Hydra. Wir blicken hier auf das Hinterteil des Tieres, das konkav gewölbt ist und komplett aus dem Haftapparat besteht. Wir sehen außerdem, dass die Zelle unten an der „Sitzfläche“ einen Wimperkranz hat (der aborale Kranz) und einen zweiten Kranz am oberen Rand (der adorale Wimpernkranz). Rechts am Bildran sitzt noch ein weiteres Exemplar, an dem der aborale Wimpernkranz sehen ist.
Zwischen der mittleren und der nur teilweise erfassten rechten Trichodina sieht man noch gut eine Nesselzelle der Hydra mit ihrem Auslösehebel. Auch unter dem linken Rand der mittleren Trichodina sitzt eine solche Zelle. Erstaunlicherweise werden sie durch Trichodinen niemals ausgelöst. Woran das liegt, ist meines Wissens noch nicht geklärt. Schaut man genauer hin, sind wieder die Wimpernkränze zu sehen. Das Band, das bei der mittleren Trichodina im unteren Teil auffällt, ist der lange bogenförmige Makronukleus.
Manchmal kommen die Trichodinen in größerer Zahl auf den Süßwsserpolypen vor. Diese Hydra, aufgenommen mit einem Luminar, ist regelrecht verlaust.
So sieht es dann stellenweise auf einer solchen Hydra aus. Beim zweiten Tier von links erkennt man die kontraktile Vakuole. Anhand der Formen kann man nachvollziehen, warum sie von Foissner als garnspulenförmig bezeichnet werden.
Ein Blick auf das Hinterteil der Trichodina, mit dem sie auf der Hydra sitzt. Es ist konkav nach innen gewölbt und als Haftapparat ausgebildet. Zur Haftung trägt zum einen der Hakenkranz bei, aber auch die konkave Wölbung, die wie ein Saugnapf eingesetzt werden kann. Rings um die Trichodina sieht man ihren aboralen Wimpernkranz, der den Haftapparat umgibt.
Die Trichodina hat zwei Wimpernkränze. Im vorigen Bild lag die Fokuseben im Haftapparat und dem aboralen Wimpernkranz. Hier geht die Fokusebene in der Höhe des weiter vorne (bzw. von der „Sitzfläche“ aus gesehen weiter oben) gelegenen adoralen Wimpernkranzes. KV: Kontraktile Vakuole. ZM: Zellmund. NV: Nahrungsvakuolen. Die Trichodina ernährt sich von Bakterien und Detritus. Die strichartigen Gebilde am äußersten Rand sind die Lateralwimpern, die unten am aboralen Wimpernkranz entspringen und nach außen oben gerichtet sind.
Hier geht die Fokusebene schräg durch den oberen Teil einer Trichodina. Rechts sieht man noch einen Teil des adoralen Wimpernkranzes, links den Zellmund ZM und ansonsten wieder einige Nahrungsvakuolen NV.
Der Makronukleus (Ma) ist sehr lang und liegt ringförmig in der Zelle; rechts sieht man das eine Ende, links oben verschwindet er aus der Fokusebene.

Literatur

  • Foissner W, Berger H, Kohmann F (1992): Taxonomische und ökologische Revision der Ciliaten des Saprobiensystems, Band II. Informationsberichte des bayerischen Landesamtes für Wasserwirtschaft, Heft 5/92, S. 304ff.
  • Streble, Krauter, Bäuerle: Das Leben im Wassertropfen – ein Bestimmungsbuch; Franckh-Kosmos-Verlags-GmbH, Stuttgart


Kommentar schreiben

Kommentar