Die vergrößerten Kreuzkäferlein
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Bild aus: Ledermüller, Mikroskopische Gemüths- und Augen-Ergötzungen, Tafel 100

Der vergrößerte Erbsenkäfer: Hier sind die in Tafel 99 bereits beschriebenen Kreuzkäferlein vergrößert abgebildet und einige Körperteile herausvergrößert. Ledermüller schreibt dazu:

Es hat dieses Inseckt, das an natürlicher Grösse einer Wanze gleich kommt, verschiedene besondere Theile, welche werth sind mit dem Vergrösserungsglase betrachtet zu werden. Ehe ich aber solche anzeige, will ich zuvor seine Gestalt überhaupts beschreiben. Es ist ein Käfer der unter die Classe der Kreutzkäfer gehört, dunkelbraun von Farbe, auf jeden Flügel mit 3. weissen Punkten, und zu Ende derselben auf dem hintersten Theil des Ruckens, mit einem sehr deutlichen weissen Kreuz gezieret. Auf dem Bauch ist er schwarzbraun; an der glänzenden schwarzen Brust sitzen die 6. Füsse. Der untere Leib oder Bauch ist in 5. Ringe oder Abschnitte getheilt. Unter denen zwey Oberflügeln hat er noch zwey längere durchsichtige Unterflügel. Der Kopf ist dunkelbraun, klein und zugespitzt, mit 2. grossen polsterenden braunen Augen zwey langen und zwey kurzen Antennen, und einem scharfen Zangengebiesse versehen. An dem Kopf gegen den Rucken zu, hat er einen breiten Schild oder Kragen, der unten in der Mitte gegen die Flügel zu, einen weissen conischen Punkt hat. Jeder von den 6. Füssen hat 6. Glieder und vorn zwey starke Krallen daran. Er kan sehr hurtig lauffen.
Sichet man ihn aber unter dem Vergrösserungsglas, so ist der ganze Leib mit langen Haaren besetzt, und die weissen Flecken sehen alsdann lichtbraun, und sind die Haare eben falls von einer hellern Farbe als die andern. Der Bauch und die Brust nebst denen Füssen scheinen zwar glatt zu seyn, sie sind aber doch hier und dar mit Haaren besetzt, gleichwie auch der Kopf und Kragen, welche ganz rauh von Haaren sehen.
Fig. A. Zeigt die Seite des Rückens und
Fig. B. den Unterleib, Brust und Bauch nebst seinen Unterflügel, an beeden Figuren aber
a. den Kopf überhaupts.
b. Die zwey langen Fühlhörner von 12. Gliedern.
c. Die zwey kurzen so nur 4 Absätze haben und die ich für die Faß-, oder Haltzangen angesehen.
d. Das Zangengebiß.
e. Die grossen polsterenden und geperlten Augen,
f. Die 6. Füsse.
g. Das weisse Kreuz am Rucken hinter den Flügeln.
h. Die 6. Füsse wie sie auf der Brust stehen,
i. Der Unterleib oder Bauch des Käfers,
k. Die Häutgen der zarten Unterflügel.
1. Die hornartigen rauhen Oberflügel, wo auf jeden 4, weisse Eyrunde Punkte sitzen.
m. Eine Antenne Fühlhorn oder Bartkäule vergrössert, deren unterste oder erste 4. Glieder glatt und durchsichtig sind und zu gespitzten Schmelztiegeln ähnlich sehen, die obern 8. aber sind dichte haaricht, dunkelbraun und wie ein Indianisches Feigenblat formirt.
n. Ein Fuß mit seinen 6. Gliedern und Krallen, welche gleich den Krebsscheeren ineinander gefügt sind,
Fig. C. Ist das Zangengebiß noch mehr vergrössert, daran
p. die Augen so gleich Mückenangen aus unzählich andern bestehen, und braungelb sehen.
q. Die zwey ersten Glieder der langen Fühlhörner.
r. Die zwey kurzen Antennen eingebogen, wann der Käfer etwas damit hält.
s. s. Das scharfe Zangengebiß oder dessen beede Scheeren ähnliche Theile
t. Die Zunge oder der zuweilen hervorragende Stachel, welche durch den Hals wie eine Röhre bis
u, hinunterläuft und in der Mitte des Halses noch einen krumgebogenen Hacken x.x. an jeder Seite hat.
y. Ist der Halskragen oder Schild des Käfers zwischen dem Hals und den Flügeln mit seinem conischen Punkt, und z. sind endlich die 4. ersten Glieder der Bartkäulen, welche von denen übrigen 8. Abtheilungen wegen ihrer Durchsichtigkeit und Figur wie gedacht unterschieden sind.


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